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In der Wüste
will, der kommt durch ein Thal, welches von einem Dumpalmen- Walde bestanden ist. Nach einem langen Ritte durch die öde, dürre Wüste ruft der Anblick desselben das Entzücken des Wanderers hervor. Durch diesen Wald mußte auch Murad Nassyr gekommen sein oder noch kommen.
Der Brunnen selbst liegt in einem kleinen Thale, welches von steilen Felswänden eingeschlossen wird. Er hat sechs Löcher, welche ungefähr drei Meter tief in den lehmigen Boden gegraben sind. Das Wasser ist keineswegs rein; es schmeckt wie eine Lösung von englischem Salze und hat auch ganz dieselbe Wirkung. An dieser Stelle haben einige Beduinen ihre Zelte aufgeschlagen, um im Auftrage des Schechs den Brunnen zu bewachen und eine Abgabe zu erheben. Sie sehen elend und leidend aus und sind dürr, fast wie Skelette - eine Folge des Wassers, welches sie genießen müssen.
Der Weg von Bir Murat nach Süden führt stundenlang über Felsen und Steingeröll eine beschwerliche Schlucht aufwärts. In der Nähe dieser Schlucht hielten wir, als wir kurz vor Sonnenuntergang dort ankamen. Es gab da Plätze genug, welche uns zum Verstecke dienen konnten. Ich ging, ehe es dunkel wurde, rekognoszieren. Ich mußte später, wenn es Nacht geworden war, in die Schlucht hinabklettern und über eine halbe Stunde lang derselben folgen; das war, da ich nicht gehört werden durfte, keine leichte Aufgabe.
Der Lieutenant riet mir noch einmal von meinem Vorhaben ab, natürlich vergeblich. Als ich von meinem Orientierungsgange zurückkam, aß ich einige Datteln und ein Stück getrocknetes Fleisch, welches ich durch zwei oder drei Schluck Wassers aus dem Schlauche verdaulicher machte; dann war es dunkel geworden, und ich brach auf. -
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