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Ein Chajjal
»O Allah, Allah, welch eine Frage! Wie unglücklich müssen sich die Frauen der Franken fühlen, da sie von ihren Aerzten gezwungen werden, solche Auskünfte zu erteilen!«
»Wer Heilung finden will, muß aufrichtig sein.«
»So kannst du nicht helfen, ohne zu wissen, wie viel Haare meine Schwester verloren hat?«
»Nein, ganz gewiß nicht.«
»So muß ich dir sagen, daß sich gerade mitten auf ihrem Haupte eine runde, haarlose Stelle befindet, welche fast die Größe eines Maria- Theresien- Thalers hat.«
»Und ist die Patientin einmal von einer schweren, langwierigen Krankheit befallen gewesen?«
»Nie.«
»Dann kann ich vielleicht helfen, aber ich muß die kahle Stelle des Kopfes sehen.«
»Bist du toll!« rief er aus. »Kein Anhänger des Propheten darf ein Mädchen sehen, und du bist gar ein Christ!«
»Ich will nicht das Mädchen, nicht das Gesicht sehen, sondern nur die kleine Stelle des Kopfes.«
»Das ist noch schlimmer. Ein Weib wird einem Manne lieber ihr ganzes Gesicht, als eine kahle Stelle ihres Kopfes zeigen.«
»Hier bin ich nicht Mann, sondern Arzt. Wer Hilfe finden will, darf sich nicht vor meinen Augen scheuen.«
»Nun gut! Die Hände zu zeigen, das ist allenfalls erlaubt. Die sollst du zu sehen bekommen.«
»Das führt zu nichts. Nicht die Hände sind krank, sondern der Kopf ist es; ich muß unbedingt die betreffende Stelle sehen. Da dies aber nicht geschehen kann, so ist es mir unmöglich, der Patientin die Zierde ihres Hauptes wiederzugeben.«
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