|
|
|
|
| |
Ein Chajjal
»So seid ihr Sklaven, ihr Armen! Wie heißt das Land, in welchem ihr gewohnt habt?«
»Das weiß ich nicht, es hat keinen Namen. Der Fluß heißt Bahr el Abiad.«
»Aber wie dein Volk heißt, das kannst du mir sagen?«
»Ja; unsere Männer nennen sich Dongiol. »
»Weine nicht wegen heute; es soll euch nichts geschehen. Hier hast du zehn Piaster, welche du mit Djangeh teilen magst; sie soll zu essen haben und nicht krumm angebunden werden.«
Als ich ihm das Geld in die Hand legte, schossen ihm die Freudenthränen in die Augen; er wollte sprechen, sich bedanken; seine Lippen bebten, aber er brachte die Worte nicht heraus. Eine Bewegung, welche er gegen die Straße machte, verriet mir, daß er gleich hinüber zu seiner Schwester wolle, um ihr das Geld zu geben; aber er besann sich und murmelte:
»Nein, jetzt nicht, sondern erst dann, wenn der Gebieter vorüber ist.«
»Warum?«
»Weil er sehen würde, daß sie nicht für so viel verkauft, sondern das Geld als Bakschisch bekommen hat. Geschenke aber müssen wir abgeben, ohne daß er sie uns anrechnet.«
»So kommt er wohl oft hierher, um zu sehen, welche Geschäfte Djangeh macht?«
»Ja. Er kommt einmal am Vor- und einmal am Nachmittag, um das Geld zu holen. Ich verstecke es vor ihm und gebe ihm nur die acht Piaster; auch gebe ich zuweilen Djangeh etwas, wenn sie zu wenig hat. Das übrige vergrabe ich. Wenn ich genug habe, so kaufe ich mich und Djangeh frei und gehe dann mit ihr nach dem Bahr el Abiad zu den Dongiol.«
|
|
|
| |
|