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Im Lande des Mahdi I

Im Lande des Mahdi I
Ein Chajjal
Der Reïs Effendina
In Siut
Unter der Erde
In der Wüste
Die Sklavinnen
 
 

Ein Chajjal 

Er sah mir ins Gesicht, wischte sich die Augen thränenleer und antwortete:
 
»Weil niemand von Djangeh kauft. «
 
»Meinst du die kleine Feigenverkäuferin da drüben?«
 
»Ja.«
 
»Nun, du kaufst ihr doch ab; ich sah es schon einige Male.«
 
Er schien zu meinen, daß ich ihn damit der Leckerhaftigkeit anklagen wolle, denn er antwortete lebhaft und wie entrüstet:
 
»Ich habe die Feigen nicht gegessen; ich gebe sie ihr wieder, wenn der Gebieter vorüber ist. Ich habe nur gekauft, damit sie Geld bekommt, denn wenn sie am Abend nicht fünf Piaster bringt, so bekommt sie Schläge und nichts zu essen und wird mit den Händen und Füßen krumm an den Pfahl gebunden. Ich muß acht Piaster bringen. Heute habe ich schon vier als Bakschisch bekommen; der Herr des Bierhauses giebt mir täglich drei, so brauche ich für heute nur noch einen. Den wird mir schon noch jemand schenken, und so habe ich Djangeh zwanzig Para für Feigen gegeben.«
 
»An wen mußt du denn die acht Piaster entrichten?«
 
»An unsern Gebieter.«
 
»Der auch derjenige von Djangeh ist?«
 
»Ja; sie ist doch meine Schwester.«
 
»Und wer ist euer Gebieter?«
 
»Er ist ein böser Mann und heißt Abd el Barak.«
 
»Hat er euch denn von eurem Vater gemietet?«
 
»Nein, unser Vater und unsre Mutter wohnen weit von hier. Er hat uns gekauft von dem Manne, welcher unser Dorf überfiel, unsere Hütten niederbrannte und uns dann mit vielen anderen gefangen nahm, um uns zu verkaufen.
 
 
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